Web-Kartenanwendung Grundwassermessstellen
Allgemeines
In der WebOffice
Anwendung werden ca. 2200 Grundwassermessstellen (GWM) des Basismessnetzes zum
Grundwasserstand des Landes Brandenburg dargestellt. Für alle GWM sind wichtige
Stammdaten wie Messstellenkennzahl, Beobachtungszeitraum oder der Ausbaubereich
abrufbar. Für Repräsentativmessstellen stehen zusätzlich Grundwasserganglinien,
Trends und Schichtenverzeichnisse zur Verfügung. Informationen über Geologie,
Grundwasserflurabstand, Grundwasserisolinien, unterirdische Einzugsgebiete und
Topographien stehen im Themenbaum maßstabsabhängig zur Verfügung (siehe Tabelle
unten).
Die thematischen Daten sind im Internet frei verfügbar, Links sind unter
Datenquellen hinterlegt. Allgemeine Informationen zur Bedienung der Anwendung
finden Sie über die Hilfe rechts oben am Bildschirm.
Grundwassermessstellen
Die GWM
werden über eine Messstellenkennzahl und den Namen der Messstelle
identifiziert. Die Erfassung der GWM erfolgt im NHN-Höhen- und
ETRS89-Koordinatensystem. Die Datenerhebung für die Grundwasserstände wird
hauptsächlich durch wöchentliches manuelles Ablesen sowie an ausgewählten GWM
durch tägliche Messungen mit Datenloggern organisiert.
Für derzeit
etwa 160 Repräsentativmessstellen können nach Auswahl Ganglinien (G); Trends
(T) und die dazugehörigen Schichtenverzeichnisse (S) über eine Ergebnistabelle
geöffnet werden.
Die Ganglinien der Grundwasserstände umfassen den Zeitraum der letzten 14
Monate, gerechnet jeweils ab dem Vormonat zum aktuellen Datum. Die
Datenaktualisierung erfolgt für jede GWM individuell, so dass unterschiedliche
zeitliche Datensätze angezeigt werden können. In der jeweiligen Grafik sind die
langjährigen mittleren Wasserstände (MW - türkise Linie), der höchste gemessene
Wasserstand (HW - violette Linie) und der niedrigste gemessene (NW - rote
Linie) Wasserstand integriert.
Soweit es der Datenbestand erlaubt, werden Trends des Grundwassers an der
Messstelle dargestellt. Für diese Darstellungen müssen mindestens 30-jährige
Messreihen vorliegen und es dürfen maximal zwei aufeinanderfolgende Fehljahre
vorhanden sein.
Grundwasserisolinien
Hydroisohypsen, Linien gleicher Grundwasserstände
auf NHN bezogen, die auch als Grundwassergleichen heißen, bilden die
hydrodynamische Situation eines Grundwasserleiters zum Zeitpunkt der
Datenerhebung ab.
Die Daten sind im Rahmen des Projekts 2017
„Erstellung von Hydroisohypsenplänen“ aktualisiert worden. Grundlage für die
einzelnen Auswertungen bilden jeweils Stichtagszeiträume im Frühjahr 2015, 2011,
2006 und 1999. Die Zeiträume stehen für verschiedene hydrodynamische Zustände:
2015 – aktuellste Grundwasserstände, 2011– hohe Grundwasserstände, 2006–
niedrige Grundwasserstände und 1999 – mittlere Grundwasserstände.
Auf Grundlage stichtagsbezogener
Grundwasser-/Oberflächenwasserstandsdaten der Frühjahre 2015 und 2011 erfolgt
über das Interpolationsverfahren „Detrended Kriging/Residual Kriging“ in
Kombination mit einer geohydraulischen Modellierung die Berechnung der
Hydroisohypsen (Hennig; Hilgert, 2017,2019).
In die
Auswertung gehen eigene Messungen sowie Messdaten Dritter, wie z.B. Landesämter
anderen Bundesländer, Wasserzweckverbände, verschiedene Institutionen mit
entsprechenden Wichtungsfaktoren ein. Nicht repräsentative, in sich
geschlossene Hydroisohypsen ohne Messstellenbezug < 1500 m wurden im letzten
Bearbeitungsschritt eliminiert. Der betrachtete obere genutzte
Grundwasserleiter, der auch Hauptgrundwasserleitergenannt wird, besteht aus
pleistozänen Lockergesteinen. Nach der Nomenklatur des Landesamts für Bergbau,
Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) wird er hauptsächlich in den
Urstromtalungen und Niederungen aus dem Grundwasserleiter 1.1 und in den
Hochflächenbereichen aus dem Grundwasserleiterkomplex 2 gebildet (Mahnenke et. al. 1995).
Für Standort konkrete Fragestellungen sind die hier vorliegenden Ergebnisse nicht immer hinreichend aussagekräftig,
da diese für eine landesweite Darstellung berechnet wurden.
Grundwasserflurabstand
Der
Grundwasserflurabstand ist die Differenz zwischen Geländeoberkante und der
Grundwasseroberfläche und wurde nach DIN 4049-3 berechnet.
Die Daten
sind im Rahmen des Projekts „Karten des Grundwasserflurabstandes Brandenburg
2013“ erarbeitet worden. Grundlagen bilden Stichtagsmessungen des Grundwassers
an aktiven Grundwassermessstellen des Landesamts für Umwelt (LfU) sowie Daten Dritter
im Frühjahr 2011.
Die
Regionalisierung wurde mit einem kombinierten Interpolationsverfahren nach Marinoni 2003 durchgeführt.
Unterirdische Grundwassereinzugsgebiete
Unterirdische Grundwassereinzugsgebiete (UEZG) sind
abhängig von dem oberirdischen Fließregime und sind im Untergrund durch
unterirdische Wasserscheiden begrenzt.
Die räumliche
Ausgrenzung der unterirdischen Einzugsgebiete ist aus Berechnungen des
Hydroisohypsenplans vom Frühjahr 2011(Dinse et. al, 2012) aggregiert worden.
Die sich daraus ermittelte Hydrodynamik des Grundwassers stellte die Basis für
die ermittelten Grundwasserscheiden dar. Die geschlossenen Flächen sind jeweils
einem Vorfluter zuordenbar.
HINWEIS 1: Die in der Anwendung dargestellten UEZG enden aus technischen
Gründen an den administrativen Grenzen, was nicht der realen Ausbreitung
entspricht. Diese Gebietsausgrenzungen werden demnächst an die neue
Hydrodynamik angepasst.
Hinweis 2: Die derzeit zur Verfügung stehenden UEZG sind noch nicht an die neue
Methodik der Hydrodynamik aus dem 2017 angepasst. Sie werden kurzfristig
ausgetauscht.
Geologie
In Abstimmung mit dem (LBGR) konnte eine vereinfachte Geologie hinterlegt werden. Das Land Brandenburg ist geprägt durch seine eiszeitlichen Ablagerungen, die sich hauptsächlich aus Sedimenten der Weichsel- und Saale-Vereisung zusammensetzen.
Darstellungsmaßstäbe
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1. Grundwassermessstellen (1:5.000 bis
1:3.000.000) |
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2. Grundwasserisolinien |
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3. Grundwasserflurabstand (1:25.000
bis 1:300.000) |
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4. Unterirdische Einzugsgebiete
(1:25.000 bis 1:300.000) |
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5. Gewässernetz DLM25W |
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6. Seen DLM25W |
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7. Geologische Übersichtskarte
(1:150.000 bis 1:500.000) |
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8. Landesgrenzen |
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9. Kreisgrenzen |
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10. Gemeindegrenzen |
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11. Flussgebiete |
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12. WebAtlasDE BE/BB |
Hinweise zur Benutzung
Eine Suchfunktion über mindestens die
ersten vier Stellen der Messstellenkennzahl (auch Messtischblattnummer)
erleichtert das Auffinden bekannter Grundwassermessstellen. Es kann auch ein
Gebiet nach Landkreis oder Gemeinde schneller eingegrenzt werden.
Für Informationen zu Wasserständen, die in der Anwendung nicht enthalten sind,
wenden Sie sich bitte an das Referat W12 (Hydrologiedaten@lfu.brandenburg.de). Es ist unzulässig die dargestellten
Grundwasserisolinien vom Frühjahr 2011 auf andere Zeitpunkte zu übertragen. Mit dem Aufruf der Anwendung erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an. Die Anwendung ist kostenfrei.
Literatur
Dinse, S.,
Bremer, A., Dinse-Höfig, Garz,K., HaziĆ, K., Hecht, A., Löw,S., Miles,B.,
Möhler, F., Selicko.A. u. M. Ziesche (2012): Grundwassergleichenpläne
Frühjahr und Herbst 2011 für den genutzten Grundwasserleiter (HGWL),
Abschlussbericht für das LUGV, unveröffentlicht, Königs Wusterhausen
Hilgert, T. & Hennig, H. (2017): Grundwasserfließgeschehen
Mecklenburg-Vorpommerns - Geohydraulische Modellierung mit Detrended Kriging.
Grundwasser, 22, H. 1, 17-29, DOI 10.1007/s00767-016-0348-6
Hilgert, T. & Hennig, H. (2019): Erstellung von
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(unveröffentlicht)
Manhenke, V., Hannemann, M. & B. Rechlin (1995): Gliederung und
Bezeichnung der Grundwasser-leiterkomplexe im Lockergestein des Landes
Brandenburg, Bbg. Geowiss. Beiträge 2
1 Kleinmachnow
Ziesche, M., Dinse, S., Hecht, A., Hoffknecht, A.,
Möhler, F. & P. Nienstedt (2013): Karten des Grundwasserflurabstandes und der Verweilzeit
des Sickerwassers in der Grundwasserüberdeckung des Hauptgrundwasserleiters,
GCI GmbH Königs Wusterhausen, unveröffentlicht